Macrolane: Brustvergrößerung mit der Spritze

Die Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) berichtet, dass die Anfrage an Brustvergrößerungen mit der Spritze, bei der die Brust mit Hyaluronsäure aufgespritzt wird, stark zugenommen haben. Hier ein Auszug aus einem Interview mit Dr. Taufig in dem über das zu spritzende Produkt Macrolane gesprochen wird:

Ist das Produkt überhaupt für die Verwendung zur Brustvergrößerung entwickelt worden?

Dr. Taufig: “Nein. Macrolane ist verwandt mit dem Produkt Restylane, das seit Jahren zur Faltenunterspritzung eingesetzt wird. Macrolane ist fester und kompakter als die Restylane-Formulierungen und ist zur Injektion tief unter die Haut und über dem Knochen gedacht. Macrolane wurde nicht speziell für die Brustvergrößerung entwickelt. Deshalb hat es auch nur eine Zulassung zur Konturierung von Körperoberflächen und zur Volumen-
Wiederherstellung.”

Es gibt also noch überhaupt keine Erfahrungen, was die Brustvergrößerung angeht?

Dr. Taufig: “Bisher gibt es keine Publikationen zur Verträglichkeit bei der Brustvergrößerung. Mir sind keine klinischen Studien zu dem Produkt in dieser Indikation bekannt. Ganz zu schweigen von den fehlenden Daten zur Langzeitwirkung, die gerade für solche Zielregionen essenziell sind.“

Sind denn die Erfahrungen mit Restylane auf Macrolane übertragbar?

Dr. Taufig: “Nein, und schon gar nicht bei einem Eingriff an der Brust. Hier muss man besonders vorsichtig sein, denn bei jeder zehnten Frau entartet das Brustdrüsengewebe im Laufe des Lebens bösartig. Deshalb sollte man in diesem sensiblen Bereich verstärkt davon ausgehen, dass Probleme auftreten. Immerhin wird hier eine Menge des Hyaluronsäureproduktes ins Drüsengewebe gespritzt, die die zur Faltenunterspritzung
verwendete Menge an Restylane um mehr als ein Hundertfaches übersteigt. Die Studienlage lässt es definitiv nicht zu, das Produkt an der Brust anzuwenden.”

Hat es rechtliche Konsequenzen, wenn ein Arzt das Produkt zur Brustvergrößerung verwendet?

Dr. Taufig: “Die Verwendung an der Brust ist ein sogenannter Off-Label-Use, also ein Einsatz außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete, das heißt dafür ist das Produkt nicht zugelassen. Das bedeutet aber nicht, dass die Verwendung verboten ist. Doch Ärzte, die die Vergrößerung anbieten, tun dies auf eigene Verantwortung und müssen bei Komplikationen mit Problemen ihrer Versicherung rechnen. Das kann zur Folge haben, dass die Patientin auf den Kosten für die Folgebehandlung sitzen bleibt.”

Angenommen, das Produkt wäre an der Brust zu hundert Prozent verträglich. Würden Sie die Anwendung als Alternative zum Implantat empfehlen?

„Aus mehreren Gründen stellt Macrolane meiner Meinung nach keine Alternative zum Brustimplantat dar. Das Material baut sich im Laufe der Zeit ab. Wer also ein gleichbleibendes Ergebnis möchte, der müsste beinahe jährlich zur Nachbehandlung. Und dabei ist das Produkt in der erforderlichen Menge sehr teuer. Die reinen Materialkosten für beide Brüste liegen derzeit bei etwa 3.000 Euro. Zudem ist auch nur die Vergrößerung kleinerer Brüste um maximal eine Cup-Größe möglich.“

Gelesen bei der DGÄC.