Hyperhidrose
Hyperhidrose: Als Hyperhidrose wird eine übermäßige Schweißproduktion bezeichnet, die generalisiert oder lokal auftreten kann. Schwitzen hat eine lebenswichtige Funktion für unseren Organismus. Es dient der Regulation der Körpertemperatur und kühlt nicht nur die Haut, sondern auch das Innere des Körpers ab. Ca. 1–2% der Menschen in Deutschland leiden unter der Krankheit Hyperhidrose, bei der der Körper unabhängig von Wärme oder Kälte, Tages- oder Jahreszeit übermäßig und unkontrollierbar viel Schweiß produziert.
Örtlich begrenzt tritt die Hyperhidrose hauptsächlich zu 60% an den Handflächen oder Fußsohlen, zu 40% in den Achselhöhlen, zu 10% am Kopf (vornehmlich der Stirn) und selten an anderen Körperstellen auf.
Ursachen
Lokale Hyperhidrose
Die örtlich begrenzte Schweißneigung ist in aller Regel ein essentielles (idiopathisches, genuines) Problem, d.h. dass keine andere Ursache angegeben werden kann als eine Überaktivität der Schweißdrüsen des betroffenen Gebiets.
Eine Ausnahme bildet die örtlich begrenzte Schweißbildung aufgrund gustatorischer Reize beim Frey-Syndrom (Lucja Frey, Neurologin, 1889–1942, Lemberg), das aufgrund einer Fehlfunktion des Nervus auriculotemporalis zustande kommt und bei dem somit eine Ursache angegeben werden kann.
Generalisierte Hyperhidrose
Eine gesteigerte generelle Schweißproduktion kann verschiedene Ursachen haben, so dass hier eine Abklärung gerechtfertigt ist.
Auslöser einer generalisierten Hyperhidrose ohne eigenen Krankheitswert können körperliche Anstrengung und das Schwitzen während des Abfieberns sein – beide im Sinne der Regulation der Körpertemperatur (Thermoregulation). Die bei Körperarbeit entstehende Wärme wird durch eine Erhöhung der Schweißproduktion abgeführt, beim Abfiebern entspricht die aktuelle Körperkerntemperatur (noch) nicht dem geforderten Sollwert, so dass auch hier die überschüssige Wärme an die Außenwelt abgegeben werden muss.
Mögliche Gründe für ein generalisiertes übermäßiges Schwitzen sind:
* eine hormonell bedingte Hyperhidrose
o das Klimakterium (die Wechseljahre)
o eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion),
* ein Hypopituitarismus (Hypophysenunterfunktion)
o ein Phäochromozytom (seltener u.a. adrenalinproduzierender Tumor),
o andere seltene Hormonstörungen
* unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Hormone, Psychopharmaka, SSRI, Parasympathomimetika, Kortikoiden, Beta-Blocker, Salicylsäure u.a.)
* andere wie
* eine Hypoglykämie, z.B. als Symptom einer Zuckerkrankheit oder auch im Rahmen einer heutzutage nicht mehr üblichen Insulinschocktherapie
* chronische Infekte, Malignome,
* Kreislaufstörungen wie eine orthostatische Hypotension
* Übergewicht
* als neurologische Hyperhidrose
o bei Schädigung des Sympathikus (Verletzungen, Halsmarkerkrankung, Halsrippe) oder des Hypothalamus (als einem Ort der Thermoregulation) selbst
* psychische Probleme: In den meisten Fällen ist die Abgrenzung in Ursache oder Symptom schwer vorzunehmen. Die Schweißproduktion wird durch Stress (Ausschüttung von Adrenalin) zwar gesteigert, eine Hyperhidrose verursacht aber auch selbst schwerwiegende soziale Probleme und kann damit die Entstehung psychischer Störungen bedingen.
Als nächtliche Hyperhidrosis bezeichnet man ein übermäßiges Schwitzen während des Schlafes, das als mögliches Zeichen einer systemischen Erkrankung wie einer Kollagenose, eines Lymphoms oder einer Tuberkulose ernst genommen werden sollte. Aber auch hier gilt, dass es schwierig ist, zwischen einem Schwitzen ohne und mit Krankheitswert zu unterscheiden. Als ein recht zuverlässiges Kriterium hierfür gilt, ob der Schlaf in seiner Qualität deutlich beeinträchtigt wird und man z.B. in der Nacht aufstehen muss, um Wäsche oder gar Bettlaken zu wechseln.
Diese Infos basieren auf dem Artikel Hyperhidrose aus Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels verfügbar.